Von 0 auf 100.000€ Vermögen? Das sagt dir keiner ehrlich

100.000 Euro ist für viele so eine magische Grenze. Eine Zahl, bei der man das Gefühl hat: Ab hier ist man finanziell wirklich angekommen oder sogar finanziell frei. Genau deshalb gibt es unzählige Videos im Internet, die dir zeigen wollen, wie du dieses Ziel möglichst schnell erreichst.

In diesem Artikel und im darauffolgenden YouTube-Video möchte ich darauf eingehen, wie ich den Weg zu 100.000 Euro sehe, und auch auf eine Blaupause reagieren, wie sie oft im Internet dargestellt wird. Denn vieles klingt dabei ganz klar zu einfach und wird häufig sehr oberflächlich vermittelt.

Und genau da liegt das Problem. Solche Videos zeigen dir oft nur die halbe Wahrheit. Sie geben dir eine klare Struktur, einfache Schritte und eine Geschichte, die funktioniert hat. Aber sie blenden entscheidende Faktoren aus – und genau diese Faktoren entscheiden am Ende darüber, ob du wirklich Vermögen aufbaust oder nicht.

Am Ende unterscheiden sich viele dieser Videos zwar im Detail, im Kern wird aber oft das Thema Investieren als Lösung vorgeschlagen. Beispielhaft möchte ich hier das YouTube-Video von Dominik Lebersorger „Wenn du weniger als 100.000 Euro besitzt, mach das“ heranziehen. Ich könnte hier aber genauso gut hunderte andere Videos als Beispiel verwenden. Mir hat dieses Video als Beispiel gefallen, weil es den Vermögensaufbau nicht absolut, sondern in drei Phasen darstellt: von 0 auf 1.000 €, von 1.000 € auf 10.000 € und von 10.000 € auf 100.000 €.


0€ bis 1.000€ Vermögen – „Hol dir einfach irgendeinen Job“

Das Video startet mit einer sehr simplen Aussage: Wenn du kein Geld hast, dann nimm einfach irgendeinen Job, Hauptsache du hast ein Einkommen. Das ist grundsätzlich nicht falsch. Aber es ist auch kein echter Mehrwert.

Wenn jemand wirklich keinen Job und keinerlei Einkünfte hat und damit auch kein Vermögen aufbauen kann, wird ein YouTube-Video darüber, wie man 100.000 Euro erreicht, diese Situation wahrscheinlich nicht verändern und auch nicht die nötige Motivation auslösen. In so einem Fall liegt das Problem oft schlicht daran, dass die Motivation oder der nötige Biss fehlt, etwas für das eigene Einkommen zu tun. Dann braucht man meiner Meinung nach über größeren Vermögensaufbau gar nicht nachzudenken.

Natürlich sind Schicksalsschläge, Krankheiten oder schwierige Lebenssituationen hier ausgenommen.

Und wenn jemand arbeitet oder sich einfach irgendeinen Job sucht, zum Beispiel im Mindestlohnbereich, wird er durch die Kombination aus steigender Inflation und hohen Lebenshaltungskosten zwar vielleicht besser über die Runden kommen. Am Ende führt das aber oft zu Frustration, weil es damit de facto kaum möglich ist, nachhaltig Vermögen aufzubauen.

Allein die Inflationswellen der letzten Jahre treiben die Lebenshaltungskosten in ungeahnte Höhen. Daher ist es sehr schwierig, mit einem Mindestlohn über die Runden zu kommen.

Daher sollten 1.000 Euro Vermögen nicht das Ziel sein. Das Ziel eines größeren Vermögens wird man am Ende nur erreichen, wenn man eine gesicherte Einkommensquelle hat, die man langfristig ausüben kann und die einem zumindest zu einem gewissen Grad Spaß macht. Hat man keine andere Option als einen Job im Mindestlohnbereich, dann kann man damit starten. Für einen wirklich nachhaltigen Vermögensaufbau – und darauf komme ich später in diesem Artikel noch zu sprechen – sollte man jedoch einen Job anstreben, den man auch gerne macht.

Der Punkt ist nicht, irgendeinen Job zu haben. Der Punkt ist, möglichst schnell ein Einkommen zu erreichen, mit dem überhaupt Vermögensaufbau möglich ist.

Oder anders gesagt: Mit dem falschen Job kommst du vielleicht aus dem Loch raus – aber du bleibst im selben System gefangen.

Behalte deine Ausgaben im Griff

Der nächste Teil des Videos beschreibt, dass man in dieser Phase vor allem seine Ausgaben im Griff haben soll – also unnötige Abos kündigen, seine Kontoauszüge überprüfen, wofür am Ende Geld ausgegeben wird, und generell die Lebenshaltungskosten kontrollieren. Auch teure Ausgaben wie Essenslieferdienste sollen vermieden werden.

Für mich ist das absolutes Basisverständnis und gleichzeitig einer der Hauptgründe, warum viele Menschen, die de facto ein Vermögen nahe null haben, es nicht schaffen, etwas aufzubauen. Denn es gibt viele, die arbeiten gehen, Einkommen erzielen und vielleicht gar nicht im Mindestlohnbereich sind – und trotzdem kein Vermögen aufbauen.

Und hier kann es am Ende nur an der Ausgabenseite liegen. Oft sind diese Ausgaben leicht versteckt: eine Vielzahl an Abos oder zum Beispiel teure Hobbys wie mehrere Autos. Genau hier steckt sehr viel Wahrheit in diesem Teil des Videos.

Allerdings sollte das nicht nur ein Tipp für die Phase von 0 bis 1.000 Euro sein, sondern unabhängig vom Vermögensstand immer berücksichtigt werden.

Ein gefährlicher Tipp: Kontoauszüge in KI laden

Ein Punkt, den ich ganz klar kritisieren muss, ist der Vorschlag, Kontoauszüge einfach in eine KI zu laden, um die eigenen Finanzen analysieren zu lassen.

Das klingt modern, effizient und smart – ist aber aus meiner Sicht ein klarer Fehler. Du gibst hier sensible Finanzdaten aus der Hand. Daten, die genau zeigen:

  • wie viel du verdienst
  • wofür du Geld ausgibst
  • wie dein finanzielles Verhalten aussieht

Und du hast keine Kontrolle darüber, was damit passiert. Diese Daten können gespeichert, verarbeitet und im schlimmsten Fall weiterverwendet werden. Und das alles für etwas, das du eigentlich selbst lösen kannst.

Ganz ehrlich: Jeder sollte in der Lage sein, seine eigenen Kontoauszüge zu lesen. Wenn du nicht weißt, wohin dein Geld geht, dann liegt das Problem nicht bei der Analyse – sondern beim Umgang damit.


1.000€ bis 10.000€ – Sparen, Investieren und Lifestyle-Inflation

In der nächsten Phase wird empfohlen, den Lebensstandard niedrig zu halten, regelmäßig zu sparen und einfach in ETFs zu investieren. Das ist grundsätzlich sinnvoll und gehört zu den wichtigsten Grundlagen überhaupt.

Was in diesem Video ebenfalls angesprochen wird, ist das Thema Lifestyle-Inflation. Das bedeutet, dass mit steigendem Gehalt oder wachsendem Vermögen auch die Ausgaben steigen. Das ist ein reales Problem, das man ernst nehmen sollte.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man ein gewisses Vermögen aufgebaut hat und größere Summen plötzlich kleiner erscheinen. Genau das kann dazu führen, dass man unbewusst mehr ausgibt. Das sollte man unbedingt vermeiden.

Starte mit dem Investieren

Danach kommt der Teil, der in nahezu jedem Video vorkommt, wenn es darum geht, 100.000 Euro zu erreichen: Man soll mit dem Investieren starten.

Eine Aussage, die mir dabei nicht gefällt, ist die Behauptung, dass eine Rendite von 7–10 % auf 5.000 Euro egal sei. Das ist so nicht haltbar. Natürlich ist das Einkommen der größte Hebel, aber das bedeutet nicht, dass Investieren keinen signifikanten Beitrag leisten kann.

Rechne dir mit meinem ETF-Sparplanrechner gerne aus, welche Summe du mit deiner erwarteten Rendite erzielen kannst.

💶 Einzahlung (Start & Sparrate)
📈 Verzinsung
%
⏱️ Anlagedauer
Jahre
🧾 Steuern
📊 Einzahldynamik
%

    Wo ich allerdings klar zustimme, ist der Punkt, dass es keinen Sinn macht, bei einem Depot im vierstelligen Bereich zu beginnen, zu hebeln, auf Einzelaktien zu setzen oder mit Kryptowährungen zu spekulieren. Die Realität ist hier meist sehr ernüchternd.

    Viele, die noch kein Vermögen haben, versuchen eine Abkürzung zu nehmen. Sie gehen bewusst höhere Risiken ein, weil sie Videos sehen, in denen jemand scheinbar schnell Vermögen aufgebaut hat. Die Realität sieht dann oft so aus: Die ersten 1.000 Euro gehen verloren, danach die nächsten 1.000 Euro – und so zerstört man sich immer wieder das Fundament, das man eigentlich aufbauen wollte.

    Gerade in dieser Phase, wenn noch kein großes Portfolio vorhanden ist, ist der sinnvollste Weg, über Monate und Jahre zu lernen, wie man mit Geld umgeht. Das bedeutet konkret: regelmäßig investieren, zum Beispiel über Sparpläne, und auch Schwankungen auszuhalten.

    ETF-Strategie – sinnvoll, aber nicht vollständig

    Natürlich wird dann oft als Lösung – und das würde ich ehrlich gesagt auch empfehlen, wenn man sich nicht im Detail mit dem Aktienmarkt auseinandersetzen möchte – ein ETF-Portfolio genannt, das regelmäßig mit einem weltweit gestreuten ETF bespart wird. Das ist ein guter Einstieg und grundsätzlich nicht das Problem.

    Das Problem entsteht dann, wenn solche Videos sehr oberflächlich gestaltet sind und diese Lösung als einfache, fertige Antwort dargestellt wird.

    Die Realität ist nämlich, dass auch ETFs stark schwanken können. Rückgänge von 20 bis 30 % sind keine Seltenheit. Das bedeutet konkret: Aus angesparten 10.000 Euro können relativ schnell wieder nur 7.000 Euro werden.

    Genau das muss man verstehen und verinnerlichen, bevor man investiert. Man darf hier nicht blind auf die vermeintliche Einfachheit eines ETFs vertrauen. Nicht, um Angst zu haben – sondern um vorbereitet zu sein. Denn die meisten Fehler passieren nicht beim Einstieg, sondern beim Ausstieg.

    Deshalb bin ich auch der Meinung, dass man durchaus Zeit in Recherche und Informationsgewinnung investieren kann, auch im Bereich Einzelaktien. Allerdings nicht primär, um direkt zu investieren, sondern um ein Gefühl für den Markt zu entwickeln.

    Man lernt dabei, wie einzelne Ereignisse und Entwicklungen auf Unternehmen wirken. Denn ab einer gewissen Portfoliogröße kann es durchaus möglich sein, mit Einzelaktien eine Outperformance gegenüber dem Markt zu erzielen. Diese Fähigkeit aufzubauen dauert jedoch viele Jahre. Deshalb macht es Sinn, sich auch mit einem kleineren Portfolio zumindest auf informeller Ebene damit auseinanderzusetzen.

    Schulden zuerst – nicht investieren um jeden Preis

    Ein Punkt, der extrem wichtig ist und viel zu oft unterschätzt wird: Wenn man es nüchtern durchrechnet, kann man mit einer Rendite von 7 bis 10 Prozent langfristig durch Investieren in einer idealen Welt das größte Vermögen aufbauen (solange die Verzinsung der Finanzierung darunter liegt).

    Für mich macht es aber trotzdem keinen Sinn, parallel zu 100 Prozent zu investieren und gleichzeitig hohe Schulden zu bedienen. Denn wie bereits erwähnt, können auch vermeintlich sichere Investments stark schwanken. Zusätzlich besteht immer das Risiko, dass die Einkommensquelle plötzlich wegbricht oder unerwartete Schicksalsschläge eintreten.

    Daher ist es – wie bereits angesprochen – wichtig, die eigene Ausgabenseite in den Griff zu bekommen. Dazu gehört auch, Schulden zu reduzieren, um die regelmäßigen Rückzahlungen zu senken und gleichzeitig mehr Kapital für den Vermögensaufbau zur Verfügung zu haben.


    10.000€ bis 100.000€ – Einkommen erhöhen

    In der letzten Phase liegt der Fokus klar auf dem Thema Einkommen steigern. Und hier muss man sagen: Das ist grundsätzlich absolut richtig. Ohne steigendes Einkommen wird es extrem schwer, größere Vermögen aufzubauen.

    Aber auch hier wird es im Video zu einfach dargestellt.

    „Werde wertvoller für den Markt“ – klingt gut, ist aber zu simpel

    De facto ist es so: Du wirst nicht dafür bezahlt, weil du etwas kannst und dich fortbildest, sondern für das, das jemand etwas von dir braucht. Und das ist ein riesiger Unterschied. Denn nicht jeder Skill, den man sich aneignet, wird auch bezahlt. Nicht jeder Markt sucht genau deine Fähigkeit in deiner Region, und nicht jeder hat die gleichen Möglichkeiten.

    Ich selbst habe mir zum Beispiel Softwareentwicklung beigebracht. Ich habe das nicht studiert, sondern mir nebenbei angeeignet und konnte dadurch mein Einkommen stabilisieren und steigern. Solche Entwicklungen funktionieren, aber sie sind kein universeller Weg, der für die breite Masse realistisch ist.

    Viele haben kurzfristig einen Motivationsschub, schauen sich ein paar Videos an, kaufen vielleicht teure Kurse oder Coachings, lernen etwas Neues und erwarten dann, dass sich ihr Einkommen automatisch vervielfacht oder sich ein lukratives Nebengewerbe aufbauen lässt. So funktioniert die Realität aber leider nicht.

    Selbstständigkeit für Vermögensaufbau ist kein Muss – und oft nicht der richtige Startpunkt

    Was in solchen Videos oft mitschwingt, ist das Thema Selbstständigkeit oder eigene Projekte. Ja, das kann funktionieren, aber es wird häufig so dargestellt, als wäre es der logische Weg. Für die meisten Menschen ist das jedoch nicht der richtige Ansatz – zumindest nicht am Anfang.

    Wenn man sich die Realität ansieht, haben viele Fixkosten, Miete, Familie, Verantwortung und laufende Verpflichtungen. Nicht jeder ist Anfang zwanzig, hat maximale Flexibilität und extrem niedrige Ausgaben.

    In so einer Situation ist ein planbares, stabiles Einkommen essenziell. Das vorhandene Vermögen sollte nicht leichtfertig in eine unsichere Selbstständigkeit investiert werden.

    Deshalb ist für mich die klare Meinung: Die ersten 100.000 Euro sollten, wenn man regelmäßige hohe Ausgaben hat, nicht über Selbstständigkeit aufgebaut werden, sondern über ein solides Angestelltenverhältnis mit regelmäßigem Einkommen, bei dem man gezielt versucht, dieses Einkommen auf ein sinnvolles Niveau zu steigern.

    Viele Selbstständige in meinem Umfeld, die ich kenne, fahren zwar große Autos, sind aber in Wahrheit hoffnungslos verschuldet und arbeiten ein Vielfaches von dem, was ein normaler Angestellter leisten muss und haben ein geringeres Einkommen.

    In einer Selbstständigkeit hast du oft:

    • ein extrem schwankendes Einkommen
    • große Unsicherheit
    • mehrere Jahre Aufbauzeit und
    • ein hohes Risiko zu scheitern.

    Das kann sich lohnen, ist aber kein stabiler Startpunkt für ein solides Vermögensfundament. Daher ist aus meiner Sicht der sinnvollere Weg, zuerst Stabilität aufzubauen und danach auf Wachstum zu setzen.


    100.000€ – viel weniger, als du denkst

    Die 100.000 Euro sind ein Aufhänger – eine konkrete Zahl, die in sozialen Medien sehr gerne verwendet wird. Das Problem ist jedoch, dass oft vergessen wird zu erwähnen, dass 100.000 Euro in der Realität deutlich weniger wert sind, als die meisten glauben. Durch Inflation verliert Geld kontinuierlich an Kaufkraft, gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten, und große Ziele wie Eigentum liegen oft im Bereich von mehreren hunderttausend Euro.

    Der unterschätzte Faktor Zeit beim Vermögensaufbau

    Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Zeit. Wenn die Rahmenbedingungen nicht ideal sind, dauert der Vermögensaufbau viele Jahre. Viele starten motiviert, verlieren aber im Laufe der Zeit den Fokus, die Energie oder die Disziplin. Es kommt zu Rückschlägen – sei es durch Verluste am Aktienmarkt, eine Selbstständigkeit, die nicht wie geplant funktioniert, oder weil man sich Fähigkeiten angeeignet hat, die am Markt nicht entsprechend bezahlt werden.

    Und plötzlich steht man nach zehn Jahren da und hat sein Ziel noch nicht erreicht. Oder man hat die 100.000 Euro erreicht, kann sich damit aber realistisch keinen großen Traum erfüllen.

    Noch kritischer wird es, wenn man diese 100.000 Euro konservativ investiert, zum Beispiel in einen ETF. Bei einer Rendite von etwa sieben Prozent entspricht das rund 7.000 Euro pro Jahr, also etwa 580 Euro pro Monat. Diese Erträge lassen sich jedoch nur dann realisieren, wenn man regelmäßig Kapital entnimmt – und genau das bremst langfristig das Wachstum des Vermögens.

    Der große blinde Fleck bei solchen Videos ist, dass das Umfeld komplett ausgeblendet wird. Man kämpft nicht nur gegen sich selbst, sondern auch gegen Inflation, steigende Kosten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die sich aktuell eher verschlechtern.

    Hinzu kommen Risiken wie ein Jobverlust oder Phasen der Arbeitslosigkeit, die den Einkommensstrom unterbrechen können. Und genau diese Faktoren entscheiden am Ende oft darüber, wie schnell – oder ob überhaupt – Vermögen aufgebaut wird.


    Fazit – Motivation ist gut, Realität ist besser

    Für mich ist das verlinkte Video definitiv nicht eines der schlechtesten, da es nicht einfach pauschal eine Sparquote über viele Jahre mit Rendite hochrechnet, bis irgendwann die 100.000 Euro erreicht werden – auch wenn es hier eine kleine Aufzählung in diese Richtung gibt. Es ist aber definitiv keine Blaupause nach dem Motto: „Mach genau das und du wirst die 100.000 Euro erreichen.“ Es ist vielmehr eine persönliche Geschichte, die unter bestimmten Voraussetzungen funktioniert hat.

    Ist man jung, hat keine Verpflichtungen und kaum Ausgaben, kann man natürlich ein paar Jahre investieren, sich in die Selbstständigkeit wagen oder etwas im Bereich Social Media aufbauen. Dominik bringt das authentisch rüber, hat sich eine starke Social-Media-Präsenz aufgebaut und vermittelt die Inhalte sehr angenehm. Ich würde dieses Video daher eher als Motivation sehen.

    Nichtsdestotrotz sieht die Realität für viele anders aus. Die meisten stecken in einer Lebenssituation mit Fixkosten, Verpflichtungen und einem bestehenden Job, der vielleicht nicht optimal bezahlt ist. Der Ausgangspunkt ist also ein ganz anderer.

    Ich persönlich würde den Vermögensaufbau nicht so stark in Phasen unterteilen, wie es im Video dargestellt wird. Realistisch gesehen ist für die meisten der sinnvollere Weg, sich weiterzubilden – aber im Rahmen eines stabilen Angestelltenverhältnisses. Für Selbstständigkeit oder Social Media muss man am Ende auch der richtige Typ sein und diesen Weg wirklich wollen.

    Gleichzeitig spricht absolut nichts dagegen, beide Wege parallel zu verfolgen. Mit der richtigen Organisation und Unterstützung, etwa durch den Partner, ist das für viele zeitlich durchaus machbar.

    Unabhängig davon bleibt ein Punkt immer gleich wichtig: die eigenen Ausgaben im Griff zu haben. Das ist kein Thema, das vom Vermögensstand abhängt, sondern eine grundlegende Voraussetzung.

    Für mich ist am Ende entscheidend, einen realistischen Umgang mit Geld zu entwickeln: zu verstehen, was man einnimmt, was man ausgibt und wie man sein Geld sinnvoll investiert, um es zu vermehren.

    Viele – auch wenn es ihnen selbst oft nicht bewusst ist – haben bereits ein Vermögen deutlich über 100.000 Euro aufgebaut. Nicht durch spektakuläre Strategien, sondern durch eine vernünftige Einstellung zu Geld und einen gesunden Hausverstand.

    Das sind die entscheidenden Grundelemente. Und genau deshalb sind die oft genannten 100.000 Euro am Ende kein Ziel. Sie sind lediglich ein Zwischenstand.

    Von Daniel

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