Die besten ETFs 2026? Warum sich Investieren gerade jetzt so unsicher anfühlt

Wenn man sich aktuell die Welt anschaut, fühlt sich Investieren alles andere als sicher an. Dadurch wird die Wahl eines ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau massiv erschwert. In den letzten Jahren war es doch so einfach: Man musste nur einen ETF mit vielen US-Aktien wählen, die die Börse massiv nach oben gezogen haben, und konnte so die besten Renditen erzielen.

Aber jetzt: Es gibt neue geopolitische Spannungen, Kriege, die sich ausweiten könnten, wirtschaftliche Machtverschiebungen und einen US-Präsidenten, der die Weltordnung politisch auf den Kopf stellt. Deshalb stellen sich viele die Frage: Funktioniert die Wette auf die USA, die in den letzten Jahren so gut aufgegangen ist, überhaupt noch? Oder stehen wir kurz vor einem Bruch, der alles verändert? Und sollte man jetzt generell nicht investieren?

Trotz aller Unsicherheit steigen die Börsen weiterhin von einem Hoch zum nächsten. Wird das so weitergehen? Quelle

Genau dieses Gefühl von Unsicherheit dominiert aktuell viele Anleger. Und ja, es ist real. Die Börse wird derzeit stärker von geopolitischen Entscheidungen beeinflusst als noch vor einigen Jahren. Der alte Satz „politische Börsen haben kurze Beine“ fühlt sich im Moment fast falsch an. Trotzdem ist genau jetzt der Punkt, an dem man einen Schritt zurücktreten sollte. Denn langfristiger Vermögensaufbau funktioniert nicht auf Basis von Schlagzeilen, sondern auf Struktur, Geduld und Systemverständnis. Und genau darum geht es in diesem Artikel.

Welche ETFs sollte man trotz dieser unsicheren Situation wählen, um langfristig Vermögen aufzubauen? Und wann ist der geeignete Zeitpunkt, um zu investieren?


Trump, Chaos und Realität: Warum Panik der schlechteste Ratgeber für die ETF Wahl ist

Ja, der aktuelle US-Präsident sorgt für Unsicherheit. Entscheidungen wirken kurzfristig, teilweise sprunghaft, und man weiß oft nicht, was als Nächstes kommt. Trotzdem ist es wichtig, zwei Dinge sauber voneinander zu trennen: politische Rhetorik und wirtschaftliche Realität.

Präsidenten kommen und gehen. Systeme bleiben. Auch wenn es sich aktuell nicht so anfühlt: In wenigen Jahren wird es wieder einen neuen Präsidenten geben, möglicherweise mit einer völlig anderen politischen Ausrichtung. Umfragewerte zeigen bereits jetzt, dass der aktuelle Kurs keineswegs unumstritten ist. Daraus abzuleiten, dass man langfristig komplett aus US-Investments aussteigen sollte, halte ich für falsch.

Die USA sind nach wie vor wirtschaftlich dominant, was auch für eine ETF-Strategie wichtig ist. Vor allem die großen Tech-Konzerne treiben weiterhin einen erheblichen Teil der globalen Wertschöpfung. Gewinne steigen trotz Zöllen, politischer Spannungen und globaler Unsicherheit teilweise um 20 bis 40 Prozent pro Jahr. Das ist keine Theorie, sondern Fakt. Märkte reagieren kurzfristig emotional, langfristig aber auf Gewinne, Cashflows und Produktivität.

Und genau deshalb muss man aufpassen, politische Unsicherheit nicht mit wirtschaftlichem Niedergang zu verwechseln.

Meine persönliche Erfahrung: Warum die Realität oft anders läuft als erwartet

Die Börsen sind in Erwartung eines Wahlsieges von Trump stark gestiegen. Ich habe nach dem Wahlsieg mit einer Korrektur gerechnet. Diese kam auch, allerdings nicht aufgrund einer natürlichen Korrektur, sondern aufgrund der Zollstreitigkeiten.

Meine Erwartungen waren für das Jahr 2025 verhalten, aber trotz aller Unsicherheit haben große Welt-ETFs, wie der MSCI World, wieder eine Rendite von rund 7 % erwirtschaftet.

Mein Depot hat im Gegenzug durch einige gut getimte Zukäufe während des starken Kursverfalls durch die Strafzölle eine sagenhafte Rendite von 30 % erzielt – und das, obwohl ich mit einem schlechten Jahr 2025 gerechnet hatte!

Und genau das ist der Punkt der für die ETF Auswahl so wichtig ist. Selbst mit Erfahrung, Analyse und einem guten Verständnis der Märkte kann niemand zuverlässig vorhersagen, was kurzfristig passiert. Die Börse ist kein lineares System. Oft läuft es komplett anders als logisch erwartet.

Das führt zu einer unangenehmen, aber wichtigen Erkenntnis: Markttiming funktioniert in der Praxis nur bei kurzfristigen Zukäufen und wenigen Chancen, aber nicht für den langfristigen Vermögensaufbau mit ETFs. Wer wartet, bis alles logisch, ruhig und sicher wirkt, investiert meistens zu spät oder gar nicht. Damit kommen wir zur entscheidenden Frage: Wann soll man mit dem Investieren 2026 starten?


Der perfekte Einstiegszeitpunkt für ETFs

Die Börse steht auf Allzeithochs, ich warte lieber.“ Dieser Satz begleitet Anleger, vor allem Anfänger, seit Jahrzehnten. Und rückblickend war er fast immer falsch. Ja, die Börse ist hoch. Aber sie ist langfristig betrachtet fast immer hoch. Rücksetzer kommen, keine Frage. Aber niemand weiß wann, wie stark und wie lange.

Wenn der Zug rollt, dann rollt er. Er hält nicht an, nur weil viele das Gefühl haben, dass es logisch wäre. Genau deshalb halte ich es für gefährlich, auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten. Der existiert meistens nur im Rückspiegel.

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist deshalb ein simpler Ansatz oft am besten. Es geht nicht darum, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden. Das führt uns direkt zum Sparplan.

Die einfache Lösung für die meisten: Sparplan einrichten und nicht nachdenken

Für 90 % der Anleger ist die beste Strategie erstaunlich unspektakulär. Einen Sparplan einrichten, einen Betrag wählen, den man sich monatlich leisten kann, und dann nicht mehr darüber nachdenken. Kein Stress, kein ständiges Rebalancing, keine emotionale Achterbahnfahrt.

Natürlich kann man, wenn man Erfahrung, Zeit und Nerven hat, zusätzlich Marktchancen nutzen und gezielt zukaufen. Aber das ist optional.

Daher, um die Frage zu beantworten, ab wann man investieren sollte: JETZT – und das unabhängig davon, wann du diesen Artikel liest.

Entscheidend ist: Konsistenz schlägt Perfektion. Und dafür braucht es geeignete ETFs mit einer stabilen Struktur.


Meine klaren ETF-Grundregeln für 2026

Bevor wir zu konkreten ETFs kommen, sind ein paar Grundregeln wichtig. Diese Kriterien sind für mich nicht verhandelbar:

  • physische Replikation: Die Aktien des Index müssen tatsächlich gekauft und nicht nur abgebildet werden.
  • großes Fondsvolumen: Dies gewährleistet eine gute Handelbarkeit.
  • langer Track Record: Eine gewisse Historie ist erforderlich, um abzuleiten, wie sich der ETF in der Vergangenheit in verschiedenen Marktphasen geschlagen hat.
  • breite Streuung
  • einfache, transparente Struktur

Mit diesen Regeln bleibt am Ende eine überschaubare Auswahl an ETFs übrig, die man sich nüchtern anschauen kann.


Die Klassiker im Vergleich: World, All-World, USA, Europa und Emerging Markets

Wenn man von der derzeitigen Unsicherheit absieht, die ich bereits ausreichend beschrieben habe, und von der weiteren wirtschaftlichen Stärke der USA ausgeht, hat sich für mich persönlich – keine Anlageempfehlung – die in den letzten Jahren erfolgreiche Strategie, seine Gewichtung stark auf die USA auszurichten, nicht geändert. Die Technologiekonzerne mit ihren starken Gewinnen werden höchstwahrscheinlich auch in den nächsten Jahren die Indizes nach oben treiben.

Anbei findest du eine Liste der Klassiker, die sich in den letzten Jahren nicht geändert haben und die sich anhand der genannten Kriterien weiterhin anbieten. Diese aufgelisteten ETFs sind eine Auswahl der meistbesparten ETFs, die von Anlegern sehr gerne genutzt werden und zusammen große Bereiche der weltweiten Aktienlandschaft abdecken.

BezeichnungISINFokus
Vanguard FTSE All-World UCITS ETFIE00B3XXRP09 (Distributing)
IE00BK5BQT80 (Accumulating)
Aktien aus Industrie- und Schwellenländern
iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)IE00B4L5Y983Aktien aus 23 Industrieländern weltweit
iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc)IE00B5BMR087500 größten Unternehmen aus den USA
iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc)IE00BKM4GZ66Aktien aus Schwellenländern der ganzen Welt
iShares Core MSCI Europe UCITS ETF EUR (Acc)IE00B4K48X80Unternehmen aus den 15 europäischen Industrieländern

Wenn man sich die großen ETFs ansieht, kristallisieren sich schnell ein paar Klassiker heraus. Der MSCI World und der Vanguard FTSE All-World liegen langfristig erstaunlich nahe beieinander. Performance, Schwankungen und Entwicklung sind sehr ähnlich. Der All-World wird oft als besser diversifiziert dargestellt, weil er Emerging Markets enthält. Realistisch betrachtet bleibt die USA-Lastigkeit mit 58 % zwar hoch und unterscheidet sich nicht dramatisch von den 68 % im MSCI World.

Deshalb meine klare Meinung: Man sollte nicht beide gleichzeitig besparen. Entscheide dich für einen. Entweder MSCI World oder Vanguard All-World. Beides parallel macht wenig Sinn.

Der S&P 500 ist eine klare Wette auf die USA. Das kann man bewusst machen, sollte sich aber über das Klumpenrisiko im Klaren sein. Wer ohnehin schon einen World-ETF hat, übergewichtet damit die USA nochmals deutlich. Daher macht ein Investment in den S&P 500 nur dann Sinn, wenn der Rest beispielsweise in Europa und/oder den Emerging Markets angelegt wird.

Emerging Markets sind chancenreich, aber volatil. Es gibt Jahre, in denen sie extrem gut laufen, oft getrieben von China. Dann kommen politische Eingriffe, Regulierungen oder geopolitische Spannungen und der Markt bricht ein. Historisch liegen Emerging Markets meist klar hinter den USA. Daran wird sich realistisch betrachtet auch in Zukunft wenig ändern. Als Beimischung okay, als dominanter Baustein problematisch.

Europa ist wirtschaftlich herausfordernd, keine Frage. Wachstum ist schwächer, Tech-Konzerne fehlen, politische Prozesse sind langsam. Trotzdem gibt es Phasen, in denen Europa besser läuft als erwartet.

Im nächsten Schritt stellt sich die praktische Frage: Wie viele ETFs braucht man wirklich?


Fazit: Investieren heißt flexibel bleiben, nicht alles wissen

Mit einem ETF legt man sich nicht für 30 Jahre fest. Strategien dürfen sich ändern. Gewichtungen können angepasst werden. Ein Verkauf, eine Umschichtung oder eine Neuausrichtung ist jederzeit möglich.

Ich würde das Thema nicht zu sehr verkomplizieren. Es gibt Dogmen wie das 70:30-Prinzip, bei dem 70 Prozent in Industrieländer und 30 Prozent in Schwellenländer investiert werden. Ich bin kein Freund davon, sich jahrelang an eine Strategie festzunageln und schaue mir einfach an, wo der Markt am stärksten ist. Das sind meiner Meinung nach (keine Anlageempfehlung) weiterhin die USA. Solange die USA wirtschaftlich dominant bleiben und Unternehmen reale Gewinne erwirtschaften, spricht wenig dagegen, investiert zu bleiben. Ich mische Emerging Markets und Europa hinzu.

Die konkrete Auswahl würde ich persönlich an der verfügbaren Sparrate festlegen. Die beste Mischung aus Diversifikation und Performance hat man beim Vanguard FTSE All-World. Es gibt viele Anleger, die ausschließlich diesen ETF besparen. Hat man eine etwas höhere Sparquote zur Verfügung, kann man überlegen, mit Emerging Markets und Europa den USA-Anteil etwas zu drücken. Dies würde aber auch primär mit ein paar Einzelaktieninvestments in Europa gut funktionieren.

Meiner Meinung nach haben sich die Favoriten trotz der unsicheren Lage nicht geändert. Wer strukturiert investiert, kann auch mit Unsicherheit leben. Genau darum geht es beim langfristigen Vermögensaufbau.

Mehr zum Thema ETFs findest du in der entsprechenden Kategorie.

Von Daniel

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